Axel trifft ...

Axel trifft ...

Der Podcast, bei dem Interviews zu Gesprächen werden

Transkript

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00:00:02: Herzlich willkommen zum ersten Podcast im neuen Jahr.

00:00:09: Ich bin Axel Metz und hoffe, ihr seid gut angekommen im Jahr und habt auch im neuen Jahr Spaß daran, Gespräche mit interessanten Künstlern zu hören.

00:00:18: Den Auftakt macht ein Gespräch mit einem der spannendsten Charaktere, die mir in den ganzen Jahren der Podcasterei vorgekommen sind.

00:00:26: Den Musiker Driftwood Holly habe ich unter anderem auf der Elbe gesprochen an Bord seines Hausbootes, von dem aus er zu Coronazeiten Konzerte für seine Fans an Land gespielt hat.

00:00:37: Sein Lebenslauf ist auch sehr interessant.

00:00:39: Aufgewachsen in der DDR als Nachwuchssportler in Oberwiesenthal, dann selbstständiger Handwerker nach der Wende, Auswanderer nach Kanada in die Yukon-Region, ganz hoch oben im Menschenlernen Norden, Musiker, der regelmäßig für Konzerte aus Kanada in seine alte Heimat zurückkehrt.

00:00:56: Und Buchautor ist ja mittlerweile auch.

00:00:59: Und da reden wir drüber.

00:01:00: Viel Spaß beim Hören.

00:01:01: Wir haben uns tatsächlich lange nicht gesehen.

00:01:04: Ja.

00:01:05: Du hast deine Menge gemacht.

00:01:07: Du bist mit dem Floß die Elbe rauf und runter geschippert.

00:01:13: Du hast dir eigentlich vor, von der tschechischen Grenze bis runter nach Hamburg zu fahren.

00:01:17: Richtig.

00:01:18: Mit deinem

00:01:18: Floß.

00:01:19: Du hast es nicht bis Hamburg geschafft, ne?

00:01:21: Ähm, das Sommer war zu kurz.

00:01:24: Wir sind also hier im Raum Dresden sehr aufgehalten worden, weil die Popularität von dem Floß und auch diesen Strandkonzerten sich hier so konzentriert hat, dass wir hier auf die ganze Langeweile fest hingen.

00:01:39: Und darum hat die, der Sommer war dann zu kurz.

00:01:42: Und dann bin ich dann in ... Nach Wittenberg bin ich dann ausgestiegen.

00:01:46: Hast du irgendwann mal vor die Tour fortzusetzen auf der Elbe?

00:01:51: Ja, auf alle Fälle.

00:01:52: Auf alle Fälle.

00:01:53: Das Boot ist auch so schön und ... auch so beliebt bei den Leuten jetzt und in Sommer.

00:01:59: so zu verbringen als Musiker am Strand der Elbe, ein bisschen rund zu dingeln und immer mal so ein kleines Campingplatz-Konzert zu spielen, ist schon sehr angenehm und auch Leben auf der Elbe ist natürlich fantastisch.

00:02:11: Ja, du hast ja so eine ähnliche Geschichte auf dem Yukon River in Kanada gemacht.

00:02:17: Die Erfahrung auf der Elbe war bestimmt eine etwas andere, oder?

00:02:21: Ja, es sind ja wirklich auch verschiedenste Flüsse.

00:02:24: Also der Yukon ist zweieinhalb Tausend Kilometer lang und ziemlich wild und kaum Biergarten am Strand.

00:02:34: Und die Wooden Pearl, wie das Schifff da oben heißt, ist auch vom Konzept eher mehr so eine Huckleberry Finn-Geschichte.

00:02:41: Aber es ist natürlich auch eine wunderbare Variante Zeit auf dem Fluss zu verbringen.

00:02:48: Beide Häuser sind ja beheizt.

00:02:51: Man hat dort schon andere Atmosphären wie am Land.

00:02:56: Aber die Elbe hat natürlich einen ganz anderen Charakter auch auch geschichtlich gesehen.

00:03:02: Da ist ja sehr viel passiert an der Elbe.

00:03:04: Die Treitlerwege sind alle noch da und die Häfen und die Menschen, die auch an der Elbe gewohnt haben, wussten ja auch, was da sich abgespielt hat.

00:03:14: Man reist wie ein durch ein Geschichtsbuch, wenn man die Elbe runterfährt.

00:03:20: Hast du auch dort was gelernt, was du noch gar nicht wusstest vorher?

00:03:24: Oh, Massen.

00:03:25: Massen, also erst mal weiß ich jetzt, warum die Könige alle hier gewohnt haben im Elbsanstein Gebäude, weil es hier so schön ist.

00:03:33: Und dann lernst ja auch viel über die ganze Binnenschiff fort und wie die Elbe auch das Leben bestimmt.

00:03:39: Und wenn die Elbe nicht funktioniert, wie sie dann wieder das Leben bestimmt.

00:03:44: Ich bin auch ein ziemlicher Fluss.

00:03:49: Fan, also ich mag das mehr auch, aber Flüsse haben schon immer für mich eine magische Anziehung gehabt.

00:03:55: Ich glaube, du kannst jeden Tag auf die Elbe gehen oder auf irgendein Fluss in der Welt und irgendwas lernen.

00:04:03: Was war so dein schönster Stopp auf dieser Elbentour mit deinem Fluss?

00:04:10: Mein schönster Stopp.

00:04:13: Also es ging gleich ganz schön gut los hier im Neustädter Hafen bei den Hafenmeistern, die mich da reingewunken haben und mir das erste Asyl gegeben haben.

00:04:23: Da kam ja dann auch gleich die Wasserpolizei hergefahren und hat gesagt, was ist denn hier los?

00:04:28: Und das war ein fantastisches erstes Konzert da drin.

00:04:33: Da kam dann auch mal noch ein Hubschrauber und hat mit hingeguckt, was da von der Menschenansammlung war.

00:04:39: Und dort gleich so zu Hause zu sein in dieser Hafenanlage, das war schon mal sehr angenehm.

00:04:46: Und ich glaube, die wirklich schönsten Momente konzertechnisch waren vielleicht auch dann unten in Radeboil.

00:04:52: Das war ein total geiles Konzert an so einem Flussbaum, einer riesen Weide.

00:04:59: Und da hat es geregnet und da haben wir gedacht, es kommt gar niemand.

00:05:01: Und dann waren da auf einmal hundert Leute da und saßen da im Regen und haben sich dieses Konzert angehört.

00:05:07: Und für mich aber sind die magischen Momente natürlich auch, wenn du mit einer schwimmenden Bühne unterwegs bist, in der du auch wohnst, dann kannst du ja danach gleich zu Hause bleiben.

00:05:18: Und wenn die Aufregung von dem Konzert dann vorbei ist und du bist immer noch auf dem Fluss und schläfst dann ein und dein Holz knistert im Ofen und du wachst früh wieder auf und hast dein Kaffee Wasser warm und bist wieder auf dem Fluss.

00:05:31: Ich glaube, die wahre Schönheit ist für mich immer, da würde ich auch das Leben an dem Fluss richtig... mit aufzusaugen, diese ganzen Jagden von den Fischen, die da nachts stattfinden und dann Fridiföge, wie die sich verhalten.

00:05:45: Dann ist auch manchmal nebel, siehst du gar nichts.

00:05:47: Es ist wie in einem Filmwohnen.

00:05:52: Du bist vor vielen, vielen Jahren ausgewandert nach Kanada.

00:05:56: Ja.

00:05:57: Du bist regelmäßig wieder hier in der alten Heimat.

00:06:00: Ja.

00:06:02: Wie sieht's aus, denkst du manchmal, zurückzukommen aus Kanada?

00:06:07: So auf Dauer?

00:06:08: Momentan nicht.

00:06:09: Also das Dorsen City Yukon ist schon mein Hauptlager in dieser Welt.

00:06:14: Aber ich leg mich da auch nicht so fest.

00:06:18: Im hohen Alter wird das Leben in der Sub-Eugnis sehr anstrengend.

00:06:24: Also man braucht dann schon seine Knie, seine Schultern und auch seinen Kopf noch.

00:06:28: Das weiß ich natürlich nicht, wie glücklich ich da bin, ob das alles hält.

00:06:32: Aber wenn es nicht hält, dann wird es auch schwer.

00:06:35: Aber... Ich bin da für alles offen.

00:06:39: Das kann auch noch mal ein drittes Land werden.

00:06:41: Das wird sich zeigen, wie das Leben mich so an den Strand spült.

00:06:46: Ich bin da nicht so, ich komme ja nicht wieder oder weiter.

00:06:49: Das steht auch, ich kann mir auch total vorstellen, hier an der Ebbe zu wohnen.

00:06:55: Klar.

00:06:56: Somit ausgefallenen Konzerten hast du es so ein kleines bisschen.

00:06:59: Das

00:07:00: kann man wissen.

00:07:01: Wenn ich das schon sehe, erstes Konzert deiner neuen Tour.

00:07:06: Gut ist halbwegs traditionell, aber in einem Gasometer, das ist auch schon ein besonderer Ort.

00:07:11: In Zwickau bist du im alten Gasometer am sechzehnten Januar.

00:07:16: Das ist mein Geburtstag.

00:07:17: Ach

00:07:17: so?

00:07:18: Ja.

00:07:19: Ich bin ja auch in Zwickau geboren.

00:07:21: Und das Gasometer deswegen, wir spielen ja die dreihundertsechzig-Kreutkonzerte, also die Runden.

00:07:28: Und da sind natürlich Rundegebäude, wie gemacht dafür.

00:07:31: Und da haben wir so viel wie möglich davon zusammen geschaut.

00:07:35: Und das Glas und Meter hat uns ja schon zweimal gehabt jetzt und ist immer ein herrliches heimkomme Konzert und auch eine schöne Akustik da drin.

00:07:45: Warum ist es wichtig, dass du so eine dreihundertsechzig Grad Konzerte machst, wo sozusagen der Mittelpunkt von dem ganzen Konzert bist und nicht so wie es bei normalerweise bei Konzerten üblich ist.

00:07:57: Da ist vorn die Bühne und dann kommen die Leute.

00:08:00: Das hat was mit dem Sound zu tun.

00:08:02: bisschen in der Musik unterwegs ist, merkt man ja, dass die besten musikalischen Sessions eigentlich am Küchentisch passieren.

00:08:13: Wo sich Leute anschauen, wo ein bisschen Birum steht und dann auf einmal passiert irgendwas.

00:08:20: Und die sind deswegen so gut, weil sich die Musiker anschauen können.

00:08:23: Man kann sich also auf die Finger gucken, man gibt sich Impulse gegenseitig.

00:08:27: und aus diesem Konzept heraus Von diesem Küchentisch habe ich dann nach außen weiter gedacht und habe dann, weil das ja soundtechnisch sehr viel schwerer ist, außer du hast jetzt in den Millionen Dollar und kannst einen riesen Soundpulg dir hinterherziehen.

00:08:41: Aber für uns als relativ kleine Band habe ich also wirklich einen Soundmann gebraucht, der das System mit mir entwickelt, damit dort nicht anderen Feedback auftaucht.

00:08:52: Und das hat fast fünf Jahre gedauert und ermöglicht unser Sound.

00:08:56: Obelix hier, der hat das jetzt rausgekriegt.

00:08:58: Und jetzt sitzen wir praktisch wie am Küchentisch.

00:09:01: Und alle Leute um uns rum sitzen mit an dem Tisch.

00:09:04: Und dann kommen immer ganz andere Sessions und ganz andere Vibes raus, wie wenn wir halt in dieser Linienform ähnlich wie bei einer Schlacht zu gegenüberstehen.

00:09:15: Also die Band steht in der Linie und die Leute davor stehen in der Linie.

00:09:18: Das ist eigentlich total unorganisch.

00:09:21: Die Musik ist ja auch rund.

00:09:24: Das verbindet dich ja sozusagen dann auch mit YouTube, die ja auch den drei Hundert Sechzig Grad Show schon gemacht haben.

00:09:30: Ja,

00:09:31: ja und Helene Fischer bringt jetzt auch alles.

00:09:34: Aber ich habe das ja nicht erfunden.

00:09:36: Ich habe das nur entwickelt für unsere Band.

00:09:40: Das gab es ja schon vorher, aber es ist halt ein Projekt, wo was machbar war und was auch einfach immer wieder andere Erfahrungen mit sich bringt, weil ich mag halt.

00:09:50: verschiedene Erfahrungen zu machen.

00:09:53: Eine Erfahrung ist auch ins Bergwerk zu gehen, das machst du gleich für zwei Termine, da bist du in Pöhler in den Zinkammern.

00:09:59: Genau, da sind wir dreihundert Meter unter Tage und das erste war so schnell ausverkauft, dass nur zwei Shows da spielen dürfen und da muss man wieder so einen kleinen Zwergenzug wie im Hobbit-Film reinfahren, so dreißig Minuten in den Berg und kommt dann in so eine Halle da unten rein und das ist... Das ist wirklich magisch.

00:10:17: Das ist wie ein Arabour im Hobbit-Film.

00:10:21: Ein Schall da unten und immer gleiche Temperatur und kein Wind.

00:10:26: Das Wetter ist halt immer gleich da unten.

00:10:30: Einfach unter der Erde zu sein und die Musik da wieder mit runter zu nehmen, bringt halt wieder eine andere Geschichte.

00:10:37: Ähnlich wie wir versucht haben hier, versuchen wir mit der Band Ohren Weltraum zu kommen, um einfach alle Felder abzudenken.

00:10:45: Klar.

00:10:46: Ja.

00:10:47: So, dann bist du auf der Burgschönen Fels.

00:10:50: Ja, das wird ein Lesekonzert.

00:10:52: Ich habe jetzt ein Buch geschrieben, das heißt, ich war einmal, und das ist so über das erste Drittel meines Lebens.

00:10:59: Und die Burgschönen Fels ist da genau richtig dafür, dass man mal so ein kleines bisschen Geige und Gitarre spielt und mal ein, zwei solche Anekdoten aus diesem Büchlein vorliest.

00:11:10: Der Inhalt des Buches hat ein Drittel deines bisherigen Lebens gebraucht?

00:11:15: um zu entstehen.

00:11:16: Wie lange hast du für das Buch gebraucht?

00:11:17: Fünfzehn Jahre.

00:11:20: Ich habe schon ganz zeitig angefangen, das mal zu schreiben.

00:11:23: Und dann habe ich aber gemerkt, dass ich viel schneller Abenteuer mache, wie ich eigentlich schreiben kann.

00:11:28: Also wird das Buch nie fertig.

00:11:30: So konnte es nicht weitergehen.

00:11:31: Und dann habe ich das in vier Teile jetzt gehackt und habe jetzt erst mal bis zu meinem siebenundzwanzigsten Lebensjahr das erste Buch geschrieben.

00:11:40: Das geht praktisch um die Zeit.

00:11:42: im DDR-Leistungssport als Skispringer und dann später nordisch kombinierter, dann um meine Zeit an der Berliner Mauer, wo ich ja mein Pflichtwerldienst während des Falles der Mauer absolviert habe, da war auch ganz schön was los.

00:11:55: Und dann danach die Antennen ausgefahren wurden, langsam sich durch die Marktwirtschaft zu worstellen und dann nach Kanada zu gehen.

00:12:04: Und das Buch endet praktisch mit meinem Ankommen in Dorsen City am Dock.

00:12:10: mit meinem Kanu.

00:12:11: Dort hört das Buch auf.

00:12:13: Das ist ja auch schon mal ein bewegtes Stück Leben.

00:12:18: So

00:12:18: vom Leistungssportler, über den Grenzschützer, bis hin zum Unternehmer.

00:12:26: Das alleine ist ja schon was, das hättest du dir, denke ich, zu DDR-Zeiten so nie träumen lassen, dass dein Leben mal so verläuft.

00:12:34: Nee, ich glaub, zu DDR-Zeiten hat man auch so nicht geträumt.

00:12:39: Ich habe ja auch unter der DDR nicht direkt gelitten.

00:12:41: Ich war ja im Leistungssport ziemlich gut dran.

00:12:44: Also es war ja schön, in Oberwiesen-Daisy zu fahren und dann immer mal zu irgendwelchen Wettkämpfen zu kommen.

00:12:50: Und dann von der Mauer hatte ich ja auch keine Ahnung, als ich dort stand.

00:12:53: Und sieht man ja, was da rausgekommen ist.

00:12:57: Und das war dann erst später.

00:12:59: Ich bin ja auch nicht gleich aus der DDR weg.

00:13:01: Ich war ja nach elf Jahren da.

00:13:04: Und da ging es mir ja auch... Uns ging es ja gut, also wir haben so sehr sehr viel gearbeitet.

00:13:10: Aber insgesamt war das ja trotzdem dann noch ein schönes Land.

00:13:13: Und dann kam aber die Abenteuerei hat sich dann erst so ein kleines bisschen immer weiter.

00:13:18: Hey, da muss man mal noch was anderes da sein, wie Dauertracht decken.

00:13:24: Du warst also zu DDR-Zeiten gar nicht so abenteuerlich unterwegs?

00:13:28: Na, ich war schon abenteuerlich unterwegs, aber wenn du von sechs bis achtzehn Jahre Skisprings da mit dreimal am Tag Training, Das ist schon, da bist du voll.

00:13:39: Ja.

00:13:40: Was hast du aus dieser Zeit gelernt, was dir heute noch was in deinem Leben bringt?

00:13:46: Abgesehen davon, dass du mit Schneegut umgehen kannst.

00:13:49: Ja, also ich glaube erst mal so ein bisschen auf den Körper achten.

00:13:51: Das haben wir ja wirklich zelebriert da, weil das war dein Hauptinstrument.

00:13:58: Und dann vielleicht auch irgendwie, wenn du dich auf eine Sache fokussierst, da dran zu bleiben und wirklich diese die Möglichkeiten auszumaximalisieren.

00:14:10: Ich weiß nicht, ob es das Wort gibt, aber jetzt gibt es das Wort.

00:14:13: Ich habe ja wirklich mit Weltmeistern und Olympiasiegern trainiert.

00:14:17: Und man wusste, wie die das gemacht haben.

00:14:19: Man wusste also immer auch, wo man steht.

00:14:21: Und diese Präzision und diese Raffinierung des Vorgangs, um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen, das in so einem jungen, allerschön zu lernen Wortler habe ich eine große Glaube.

00:14:35: Ich habe ja davon von dem Sport nicht so viel Ahnung.

00:14:37: Aber was ich so mitgekriegt habe, das körperliche ist ja das eine.

00:14:42: Also man muss fit sein, man muss die Abläufe richtig können.

00:14:48: Es geht ja auch darum, dass du dich nicht verletzt.

00:14:50: Du musst diese Flugphase, die du dort hast, wenn du den Schanzen-Tisch verlässt, bis du dann unten irgendwo landest.

00:14:58: Das ist ja das eine, das andere ist, wenn du ganz vorn mitspringst.

00:15:04: Musst du ja auch im Kopf dafür bereit sein.

00:15:07: Richtig?

00:15:08: Ja, ja.

00:15:09: Ich weiß auch nicht, warum es bei mir nicht ganz gereicht hat.

00:15:13: Ich glaube, ich habe ein bisschen zu zeitig aufgehört, aber kann man dann im Buch lesen, wie das

00:15:18: passiert ist.

00:15:20: Aber Skispringen zum Beispiel ist wahrscheinlich sogar mehr Kopf wie Fitness und Uchtagesform und Wille und Risikobereitschaft und so.

00:15:33: Also das ist so ein absoluter Psychosport, wo du dich in eine Orttrans versetzt und dann fliegen lernst.

00:15:43: So ungefähr, wobei Langlauf halt mehr eine körperliche Ausdauer-Wille-Geschichte ist.

00:15:50: Auch Talent, aber da kann man halt kämpfen.

00:15:52: Im Skisprung kannst du, glaube ich, nicht so teuer kämpfen.

00:15:56: Da musst du mehr fliegen.

00:15:59: Ja.

00:16:00: Du brauchst dort die gewisse Leichtigkeit, das ist so ähnlich wie beim Golfen.

00:16:04: Ja.

00:16:06: Wenn man mental nicht dabei ist oder den Tag nicht hat, dann wird es eben nicht so viel.

00:16:12: Es war halt auch immer so ein Genuss, wirklich die absoluten Champions da zu beobachten.

00:16:17: Du springst da die selben Chancen, meistens die selben Materialien, aber Jens und die ganze Gang, wenn die halt geflogen sind, die konnten halt wirklich wie fliegen.

00:16:27: Und wie die mit dem Wind umgegangen sind und mit dem Risiko.

00:16:30: Und das war schon fantastisch zu sehen, was da Mensch auch wirklich leisten kann.

00:16:35: Du bist am neunzwanzigsten Jahr noch mal im Brauklub in Chemnitz.

00:16:39: Ja, erst einmal Chemnitz.

00:16:42: Da steht das moderne Konzert, weil dort kannst du ja nicht so rund umarbeiten, so dreihundertsechzig gradmäßig, richtig?

00:16:50: Ja, wir haben also auch richtige Rockkonzerte, wo wir ganz normal auf Bühnen stehen und Ich schäme mich schon, dass wir schon ewig nicht in Chemnitz waren, obwohl das ja auch völlig zu unserer Region gehört.

00:17:02: Und wir haben dort lange gesucht.

00:17:04: Und jetzt haben wir aber mit dem Brauglob endlich was gefunden, wo wir und das Venue gut zusammenpassen.

00:17:11: Hoppes Hoftheater in Dresden, eine Bühne, die du auch schon kennst, das am dreißigsten Jahr noch mal sogar schon ausverkauft.

00:17:18: Du bist da also in Dresden mittlerweile auch ziemlich angesagt.

00:17:23: Ja, also ich habe mich ja auch einen ganz schönen Verliebt in Dresden, muss ich sagen.

00:17:27: Und dann habe ich gesagt, wir müssen in Dresden noch einen Knaller loslassen und dann dürfen wir halt dieses Ballhaus-Watz gespielen.

00:17:33: Und dort machen wir auch einen drei-hundertsechzig-Graut-Konzert.

00:17:35: Wir werden also unsere Band auf der Tanzfläche absetzen und dann alle rundherum und auch auf der Bühne dürfen Leute sitzen.

00:17:43: Und ich liebe diesen Ballsaul.

00:17:46: Wenn du da mal drin warst, das ist ja eine Schönheit, eigentlich nicht zu übertreffen.

00:17:50: Also es ist praktisch wir unter Walsal, die da spielen.

00:17:53: Was ich ja sehr cool finde, ist am fünften Februar das Konzert im Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.

00:18:00: Die Betonung liegt auf dem.

00:18:02: Das kann ich auch noch gar nicht glauben.

00:18:04: Ich habe da einfach angerufen und habe gesagt, ich habe hier eine Idee und wir machen runde Konzerte und ihr habt doch so ein schönes Denkmal dastehen.

00:18:11: und dann haben die gesagt, ja, dann waren wir sehr interessiert.

00:18:15: Und jetzt hat das wirklich geklappt.

00:18:17: Und da gehen hundertneinzig Leute rein in diese Kupular zwischen diese ganzen aus Stein gemeißelten Krieger.

00:18:25: Und das ist ja so ein geschichtsbeladener Platz.

00:18:29: Also wenn man da mal googelt, was da los war.

00:18:32: Und dass wir jetzt da Musik hinbringen dürfen und dort irgendwie auch ein kleines bisschen für Beruhigung sorgen in den Gemüdern.

00:18:43: bin ich sehr bewegt, dass ich das machen darf.

00:18:45: Du hast das auch ein Friedenskonzert genannt?

00:18:48: Ja, ja, weil es halt so ein Schlachtplatz ist, an dem wir da spielen.

00:18:55: Und meine Band ist ja schon immer so schön friedlich.

00:18:59: Wir sind ja die unpolitischste

00:19:01: Band der Welt.

00:19:02: Und versuchen einfach immer nur, gute Laune zu stiften, das ist unsere Aufgabe.

00:19:07: Du bist auch in der Miniveld in Lichtenstein im Minikosmos und ... macht dort auch zwei termine galaktische konzerte sozusagen.

00:19:18: genau das ist eigentlich kaum das mal von.

00:19:21: ich saß mal im theater plauen und habe gesagt ich würde auch gern mal in einem raumschiff spielen.

00:19:26: kennt hat jemanden raumschiff?

00:19:29: und da stand jemand auf von vom raumfahrtsmuseum morgen röder rautenkranzen saß auch so.

00:19:34: raumschiff habe ich jetzt nicht aber ich habe das trainingsmodul vom sigmond jen.

00:19:39: Und dann saßen wir nächsten

00:19:40: Tag im Trainingsmodul von Sigmund Jén und haben dort Musik gemacht.

00:19:44: Und seitdem sind wir eigentlich mit diesem Raumfahrtsmuseum in Verbindung und haben auch schon wieder eine neue Version für ein bisschen so eine Mundgeschichte.

00:19:53: Und ich hab gedacht, wie weit kommen wir denn jetzt an den Weltraum ran, ohne da jetzt hochzufliegen.

00:19:59: Und die Projektion in diesem Planetarium ist natürlich fantastisch.

00:20:03: Und wenn wir dort die Sache über uns aufziehen und dann unsere Musik dort mit hoch... schicken dann so ein kleines bisschen wie im Space.

00:20:14: Die ganze Tour steht unter dem Motto Erlebnis-Tour.

00:20:18: Erzähl mal, was wird dort passieren, was wird dort Neues passieren, abgesehen davon, dass ihr dreihundertsechzig gradfähig seid, was die Fans vielleicht von dir noch nicht bekommen

00:20:29: haben.

00:20:31: Also es geht, glaube ich, auch ein kleines bisschen so um die Lebensphase und in die Welt-Lebensphase, in der wir uns so ... So befinden.

00:20:39: und das Erlebnis selbst, wie das Leben schon steckt ja damit drin, ist ja eigentlich das, was wir später unserer Erinnerungen werden.

00:20:50: Und wir versuchen einfach mit der Band, die wir glücklicherweise haben, die jetzt schon fünfzehn Jahre besteht, was ich gar nicht glauben kann und wirklich richtig gut geht, den Leuten immer schöne Erlebnisse zu versorgen, von denen sie dann zählen können.

00:21:07: wenn wir nicht mehr da sind, dass eine Nachhaltigkeit entsteht und auch keine Wiederholung entsteht.

00:21:16: Und darum habe ich die Erlebnis-Tour genannt, weil ich den Leuten, glaube ich, richtig verschiedene intensive Erlebnisse versprechen kann.

00:21:27: Du wanderst ja ziemlich zwischen den Welten.

00:21:31: Bist hier mit deiner Band unterwegs in Deutschland.

00:21:36: In Kanada wird es sehr schwer für den Rest der Band immer verfügbar zu sein.

00:21:42: Eher ist es unmöglich.

00:21:43: Deine Kollegen haben ja auch andere Bandprojekte.

00:21:46: Ja, aber die waren auch schon da.

00:21:48: Und die kommen auch noch mal wieder.

00:21:51: Wie ist es eigentlich, wenn du dort mit deiner Band in Kanada unterwegs bist?

00:21:56: Das ist sehr schön, weil wir haben ja eine ganze Menge englisches Repertoire und Jackie ist ja auch so ein bisschen in Nordländer.

00:22:03: Pavel kannst du in der Welt überall hinschmeißen.

00:22:06: Basti war jetzt noch nicht da, aber Dance Dark, der bei mir ein anderer Gitarre ist, kommt ja auch aus White Horse.

00:22:12: Also wir haben dort jede Menge Möglichkeiten.

00:22:15: Die Sache ist halt, Kanada sind die Veranstaltungsorte immer sehr weit auseinander und manchmal muss man da so gerade ein Flugzeug dazwischen stecken.

00:22:22: Das ist halt nicht in Deutschland, wo du sechzig Kilometer fährst, sondern meine Kinder sind in den Nachbauort gezogen und der ist sechshundert Kilometer weg.

00:22:32: Die Entfernungen in Kanada sind schon ein bisschen anders auch gefühlt.

00:22:36: Also da, wo wir sagen, oh, halbe Weltreise, da fährt man in Kanada schnell mal zum Essen hin, weil es da lecker ist.

00:22:44: Ja, das ist halt ein sehr, sehr großes Land.

00:22:48: Russland ist größer und so, aber das habe ich noch nicht gemessen.

00:22:50: Danach kommt Kanada.

00:22:51: Ja,

00:22:52: also es ist schon der, der ganze Norden ist ja halt auch sehr, sehr dünn besiedelt.

00:22:56: Wir sind ja im Yukon.

00:22:57: bloß vierzigtausend Leute auf der Fläche von anderthalbmal Deutschland.

00:23:03: Das ist nicht viel.

00:23:04: Wie weit ist dein nächster Nachbar von dir weg?

00:23:06: Der ist nicht so weit weg, weil wir in so einer Mini-Siedlung wohnen, aber ich habe jetzt nochmal ein extra Grundstück erschlossen.

00:23:12: Da kommt gar niemand hin.

00:23:13: Da ist nicht mal eine Straße hin.

00:23:15: Wie kommst du da hin?

00:23:16: Gut.

00:23:17: Ach so.

00:23:19: Nicht verkehrt.

00:23:20: also wenn du deine ruhe haben willst die findest du auf jeden fall

00:23:23: ja.

00:23:24: darum ist mir ja da oben.

00:23:25: also man will ja in der wildnis mal ein bisschen rum eiern und ich gehe auch zur jog mit meinen jungs da oben und wir haben ja auch unsere gaben gehabt und so.

00:23:34: also das ist schon dann in der sehr naturbezogene lebensweise

00:23:40: erzähl mal was über den ort in dem du lebst.

00:23:44: Also der ist eigentlich relativ bekannt.

00:23:46: Da gab es, äh, achtzehn, achten, neunzigmal einen Goldrausch, an dem er auch Jack London teilgenommen hat, der dann später das Buch Ruf der Wildnis geschrieben hat.

00:23:53: So ist es eigentlich wahrscheinlich in Europa bekannt geworden.

00:23:56: Das kleine Dörfschen-Dorsen-City.

00:23:58: Und ansonsten kann ich das immer relativ kurz beschreiben mit, äh, das ist ein, ein Ort, der sehr weit draußen ist.

00:24:06: Aber wenn du in dem Ort bist, denkst du, du wohnst in der Muppet Show.

00:24:10: Das sind nur wahnsinnige und lustige... Leute, die sehr, sehr spezielle Leben leben.

00:24:18: Und darum ist es halt dort auch nie wirklich ruhig.

00:24:20: Also man wird dort immer wieder überrascht.

00:24:22: Und das hat mich auch damals da gehalten, dass ich halt immer wieder von irgendwelchen Leuten überrascht werde, die irgendwas Komisches machen.

00:24:29: Das ist wahrscheinlich auch so ein bisschen eine Eigenschaft von Orten, die abgelegen sind.

00:24:34: Weil deine erste Heimat, das Erzgebirge, ist ja auch ein bisschen abgelegen vom Rest von Sachsen beispielsweise.

00:24:43: In den einsamen Tälern, da sind auch die Leute, die werden dann gerne spezieller, ne?

00:24:47: Ja, ja, ich glaube, Oberwister hat eigentlich auch so eine Geschichte, dass ich um diesen Berg so ein paar Spezialitäten angesiedelt haben früher, die halt, sagen wir mal, aus den Flachländern auch weg mussten, weil sie irgendwie entweder gesucht wurden oder weit draußen wohnen wollten, ne?

00:25:03: Also das bringt schon den bestimmten Menschenschlag mit sich auch, ne?

00:25:09: Ähnlich ist das oben, es sind halt sehr viele Abenteurer auch da.

00:25:13: Immer noch,

00:25:14: ja.

00:25:15: Auch viele Goldsucher nach und das ist ja, Gold wird ja am Klangteig gefunden bis heute noch sehr viel.

00:25:22: Und da gibt es also immer noch Leute, die dort Gold schürfen gehen.

00:25:25: Oh ja.

00:25:26: Selber schon mal was gefunden?

00:25:28: Ja, nee, nee, ich finde das eigentlich, ich mag Schaufeln nicht.

00:25:34: Und Goldsucher ist auch eine furchtbar anstrengende Geschichte, das ist nicht so, dass du dann spückst und dann hebst du so einen Nugget auf, sondern das ist... im oder unterm Dauerfrostboden.

00:25:43: Und da musst du dich erst mal durchschmelzen oder durchhacken.

00:25:47: Und da weißt du immer noch nicht, ob das findest.

00:25:51: Goldsuchung wird auch oft bezeichnet, als eine Übung, wo man aus einem großen Vermögen ein kleines machen kann.

00:25:59: Das ist nicht so, dass man das nur aufheben muss.

00:26:02: Das ist wie Bergbau, richtig harter Bergbau.

00:26:07: Klar.

00:26:08: Dein Buch, wo bekommt man das?

00:26:11: Das könnt du bei mir auf der Webseite kaufen.

00:26:14: Oder bei Books on Demand, BOD kann man das auch kaufen.

00:26:20: Und es gibt es auch auf Amazon.

00:26:22: Da ist zwar ein anderer Preis, das verstehe ich immer nicht so richtig wie die Preise machen, aber beim BOD ist es recht günstig.

00:26:28: Was wünschst du dir für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ...

00:26:33: ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... ... für ... für ... ... für ... und vielleicht eine schöne Leichtigkeit, eine Leichtigkeit und eine Gemütlichkeit.

00:26:49: Axel Trift, Driftwood Holley, er ist auf Tour.

00:26:51: am sechzehnten Januar ein Zwicker am alten Gasometer, am siebzehnten Januar und einen Tag später in den Zinnkabern Pöhler.

00:26:58: Am vierzehnzehnten Januar ist er auf Burgschönfels, am neunzwanzigsten im Brauklub Chemnitz und am dreißigsten Januar in Dresden in Hoppes Hoftheater.

00:27:06: Einen Tag später spielt er in der Lindeer Falter und am ersten Februar im Ballhaus Watzke in Dresden, am fünften Februar dann im Leipziger Völkerschlachtenkmal.

00:27:16: Alle Tourtermine findet ihr auf driftwoodholly.com, auf Instagram und Facebook.

00:27:21: Und da findet ihr auch Axel Drift.

00:27:22: Gerne folgen, gerne liken und kommentieren und bitte auf der Plattform, wo ihr euren Podcast hört, auch bewerten, wenn es euch gefällt, was ihr hört.

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00:27:35: Ich bin Axel Netz, danke schön fürs Hören und bis zum nächsten Mal.

Über diesen Podcast

“Axel trifft” ist ein Podcast für alle, die gerne mehr über Musiker und Promis erfahren wollen, als die üblichen Klatsch - und Tratschsendungen anzubieten haben. Axel Metz, der Mann hinter dem Podcast, ist langjähriger Radiomoderator aus Sachsen und hat seit den 90ern viele nationale und internationale Größen der Rock - und Popmusik interviewt.

In den Gesprächen mit den Künstlern geht es nicht nur um das jeweils aktuelle Album, Geschichten hinter den Hits oder die nächste Tour, sondern auch ganz Privates und oft Überraschendes. Und das fernab von billigen Pseudoenthüllungen.

Von Adel Tawil bis hin zu Wincent Weiss, hier sprechen sie alle….über Gott und die Welt.

von und mit Axel Metz

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