Axel trifft ...

Axel trifft ...

Der Podcast, bei dem Interviews zu Gesprächen werden

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:02: Axel trifft, der Podcast, bei dem Interviews zu Gesprächen werden.

00:00:07: Hallo und herzlich willkommen, ich bin Axel Metz, freue mich sehr über jeden neuen Abonnenten, bitte empfehlt uns weiter, wenn ihr das mögt, was ihr hört.

00:00:13: Heute hört ihr ein Gespräch mit einer Musikerin, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere ist, aber auch schon einiges erlebt hat mit ihren Auftritten.

00:00:21: Hannah Rausenberg.

00:00:22: Schön, dass du da

00:00:23: bist.

00:00:23: Gut, da freu ich mich.

00:00:25: Riku Rajama war ja auf Club Tour.

00:00:28: Richtig.

00:00:29: Und er war auch in Dresden in der Groove Station.

00:00:31: Genau.

00:00:33: Und da war ich auch eingeladen, wenn du mal kurz mit gucken gekommen hast.

00:00:38: Ich dachte mal, mal schauen.

00:00:40: Weil Riku hab ich Ein halbes Jahr vorher im Interview gehabt.

00:00:44: Da hat er sozusagen sein ganzes Projekt vorgestellt.

00:00:47: Und ja, da war ich dann da.

00:00:49: Ich war ein Stückchen bevor es für ihn losging und da hab ich sozusagen noch anderthalb Songs von dir mitbekommen.

00:00:56: Sehr

00:00:57: gut.

00:00:58: Du und die Wandergitarre.

00:01:00: Ja.

00:01:01: Das war so das erste Mal, wo ich von dir was mitbekommen habe.

00:01:05: Und auch deinen Namen, weil du wurdest ja auch schön abgesagt.

00:01:09: Erinnerst du dich an den Abend?

00:01:11: Also, ich weiß auf jeden Fall, dass wir in der Groove Station waren und dass es ein guter Abend war.

00:01:18: Aber ich habe ja mittlerweile schon so viele Konzerte gespielt.

00:01:21: Ich glaube, so detailliert kann ich mich jetzt nicht daran erinnern.

00:01:24: Aber es war auf jeden Fall mit Rico Mattes immer Spaß.

00:01:26: Ich mag den auch sehr gern.

00:01:28: Und das war auf jeden Fall cool.

00:01:30: Ich glaube, ich habe auch ja nur zwei, drei Städte mitgespielt.

00:01:33: Leipzig Dresden und ich glaube noch in einer Stadt.

00:01:36: Und das war aber cool.

00:01:37: Also da hatten wir eine richtig gute Zeit und es hat auch Spaß gemacht, ein tolles Publikum.

00:01:43: Du hast da im Prinzip dich selber begleitet auf der Gitarre.

00:01:45: Mehr war da nicht in dem Moment.

00:01:47: jedenfalls das, was ich gehört habe.

00:01:49: Ja.

00:01:49: Ich habe gedacht, okay, Singer-Songwriter, die junge Dame, die dort was vorhat, dann waren wir jetzt letztens auf einer Preisverleihung.

00:01:57: Also ich saß im Publikum, du standst auf der Bühne.

00:02:00: Da hast du eigentlich ganz anders geklungen.

00:02:02: weil sehr elektronisch wenig Gitarre.

00:02:05: Du hast dann irgendwann mal später am Abend dann auch mal die Gitarre rausgeholt.

00:02:09: Aber das war dann schon sehr dansmäßig, sehr elektronisch von der Sache her.

00:02:16: Ich reim's mir so zusammen.

00:02:18: Singer, Songwriter ist heutzutage irgendwie alles, was so Instrumente angeht.

00:02:24: Kann alles sein, oder?

00:02:26: Ja, also letztendlich sagt der Begriff ja, dass man irgendwie singt und Songs schreibt.

00:02:30: Und warum auch immer das mit dieser Gitarre immer verknüpft ist, ich weiß es auch nicht.

00:02:36: Aber ich würde schon behaupten, dass dieses Singer-Songwriter-Ding natürlich immer den Unterton hat von, ich steh mit meiner Gitarre da und schreib meine Songs selber.

00:02:45: Und das trifft ja schon auch immer noch zu, würde ich behaupten.

00:02:49: Ja, das liegt... Weit zurück in der Zeit, warum das so ist, weil die ersten, die sich Singer-Songwriter genannt haben, waren welche, die hatten halt eine Wander-Gitarre und eine Mundharmonika um den Hals.

00:03:01: Und das haben die dann, also Bob Dylan zum Beispiel.

00:03:04: Das war so der originale Singer-Songwriter.

00:03:07: Und daher kommt das so ein bisschen.

00:03:09: Wer hat dich eigentlich beeinflusst musikalisch?

00:03:12: Da sind wir mit Bob Dylan gar nicht so weit weg.

00:03:16: Den hab ich tatsächlich auch mitbekommen und gehört.

00:03:21: Aber so ... der Bruce Brings die in Brian Adams, Tom Petty, das ist so die Liga ... oder ja, das sind so die Jungs, mit denen ich so ein bisschen aufgewachsen bin.

00:03:33: Später auch Rolling Stones.

00:03:35: Natürlich so, also die alte Schule sozusagen.

00:03:38: Rolling Stones, das hört man auch nicht oft von Leuten deines Alters.

00:03:42: Ja.

00:03:43: Wie kommt das?

00:03:44: Also ich hab viel Musik durch meine Eltern natürlich mitbekommen, die eben auch Riesen Springsteen Fans sind, zum Beispiel, und Brian Adams.

00:03:52: Aber auf die Rolling Stones bin ich tatsächlich gekommen, weil ich Riesenfan von James Bay war, bzw.

00:03:58: auch immer noch bin.

00:04:00: Und der hat irgendwann auch mal im Interview gesagt, A-Rolling Stones, die haben mich total beeinflusst.

00:04:06: Dann dachte ich, okay, dann hör ich mir das mal an.

00:04:08: Und dann fand ich das cool.

00:04:09: Und seitdem war ich Fan.

00:04:11: Cool.

00:04:12: Was ist dein Lieblingslied von den Stones?

00:04:15: Ich glaube, Beast of Burden.

00:04:18: Ja, den habe ich auch tatsächlich damals ganz oft gecovert und selber gespielt.

00:04:24: Den mag ich sehr gern.

00:04:26: Wann ging es bei dir eigentlich los mit Musik?

00:04:28: Also Musik hat schon immer eine große Rolle gespielt.

00:04:31: Also schon von Kind auf habe ich immer total gern gesungen.

00:04:35: Mein allererstes Lieblingslied war es Tanz in Biberbutzmann.

00:04:39: Da habe ich total abgegangen in der Küche.

00:04:41: Und dann irgendwann hab ich angefangen von Geige zu spielen tatsächlich.

00:04:45: Da war ich fünf und hab Geige gespielt und hab das auch ein paar Jahre gemacht.

00:04:50: Wurde mir dann aber irgendwann ein bisschen zu theoretisch und dann wird man ja auch irgendwie älter und ist dann Teenie.

00:04:56: und dann fand ich natürlich irgendwie Popmusik oder dann auch kurz später die alten Jungs eben ganz gut und dann bin ich sozusagen zur Gitarre gekommen.

00:05:08: Ja und dann, ich glaub, Siebzehn fing das dann so an, wo ich dann langsam Songs geschrieben habe und dann kam halt irgendwie so eins zum anderen.

00:05:17: Kannst dich an deinen ersten selbstgeschriebenen Song noch erinnern?

00:05:20: Ja, natürlich.

00:05:21: Warum ging's?

00:05:22: Er hieß Bad Day und es ging darum, dass ich ganz doll in einen Jungen aus meiner Parallelklasse verliebt war, aber er war nicht in mich verliebt.

00:05:31: Und deswegen hatte ich einen schlechten Tag.

00:05:33: Und dann hieß der Song Bad Day.

00:05:35: Hat der Junge jemals erfahren, dass es einen Song über ihn gibt?

00:05:39: Ich glaube nicht, aber ich weiß auch gar nicht mehr über wen das war.

00:05:43: Das habe ich so ein bisschen verdrängt, aber ich glaube, er weiß es nicht.

00:05:48: Wir wissen ja praktisch noch gar nichts über dich.

00:05:51: Ja.

00:05:52: Das

00:05:52: ist ein großer Vorteil in einem Interview, wenn man noch gar nichts weiß, weil dann darf man alles fragen.

00:05:58: Ja.

00:05:58: Und das mag ich immer sehr, sehr gern, um einfach mal Quer B zu fragen, wo bist du?

00:06:05: Auf die Welt gekommen, wo bist du aufgewachsen?

00:06:08: Ich komme aus dem Südharz, Sachsen-Anhalt.

00:06:11: Da bin ich groß geworden, bin da auch geboren.

00:06:15: Und ja, da hat dann sozusagen eine sehr ruhige Kindheit auf dem Dorf verbracht.

00:06:21: Hatten immer Riesengrundstück schon.

00:06:23: Meine Großeltern hatten so einen kleinen Bauernhof, waren wir ganz viel draußen.

00:06:29: Ja, also ich hatte da eine ruhigeländliche Kindheit.

00:06:32: Jetzt lebst du ja in Leipzig.

00:06:35: Warum hast du dich für Leipzig entschieden?

00:06:37: Es war nach dem Abisur, dass ich natürlich dann entscheiden musste, wo geht's hin.

00:06:42: Es war auch klar, dass ich irgendwas noch studieren möchte.

00:06:46: Dann war bei mir im Kopf so die Überlegung, okay, geht's jetzt nach Berlin, mach ich das jetzt gleich.

00:06:53: Hat mich aber glücklicherweise dagegen entschieden.

00:06:55: Bin auch sehr froh darüber.

00:06:57: Und dann wurde es Leipzig, weil das eben die größere Stadt irgendwie in der Nähe war.

00:07:01: Und ich hatte auch während meines Abbies meinen jetzigen Manager schon kennengelernt, der eben auch bei Leipzig wohnt.

00:07:07: Und dann hat sich das halt total angeboten, dass ich da auch hingehe, weil ich auch die Stadt sehr mag und so.

00:07:13: Da auch schon vorher ab und zu mal war und das immer ganz toll fand und deswegen war es dann Leipzig.

00:07:17: So, jetzt wohnst du schon eine Weile in Leipzig.

00:07:21: Erzähl mir mal was über die Stadt.

00:07:22: Was magst du an Leipzig?

00:07:24: Welche Stellen, welche Ecken magst du an Leipzig?

00:07:28: Ich mag an Leipzig sehr gern.

00:07:30: Das ist ja schon ... kulturell einiges sozusagen geht, man einiges machen kann.

00:07:36: Es ist ja vor allem eine große Jazz-Szene auch irgendwie in Leipzig da und habt ja auch viele Freunde.

00:07:43: Dementsprechend bin ich auch sehr, sehr gerne in den verschiedenen Jazzclubs, ob es das Hornsärmen ist oder... Lass mich überlegen, wir hießen das im Subotnick.

00:07:56: Einmal in der Südverstaat, einmal im Pluckwitz.

00:07:59: Das finde ich da immer ganz cool.

00:08:01: Es ist auch eine sehr studentische Stadt.

00:08:04: Das finde ich ganz toll und mag das auch sehr gern.

00:08:08: Okay, da magst du also Jazz.

00:08:11: Also ... Ich mag Jazz, das ist jetzt vielleicht nicht der richtige Ausdruck.

00:08:15: Ich habe da so ein bisschen den Zugang zugefunden, weil mein Schlagzeuger, mit dem ich live unterwegs bin, Jazz studiert hat und hat mich dann mal so ein paar seiner Freunde vorgestellt und bin dann halt zum einen oder anderen Konzert gegangen.

00:08:29: und ich verstehe es ganz oft nicht und sitze mit ganz vielen Fragezeichen im Publikum.

00:08:33: Aber ich mag die Leute.

00:08:37: Und kann natürlich auch verstehen, dass das, was die Leute dort auf der Bühne machen, gut ist, auch wenn ich das theoretisch nie nachvollziehen kann.

00:08:46: Und ja, deswegen also eigentlich alles, was irgendwie mit Musik zu tun hat, finde ich cool.

00:08:54: Was machst du, wenn du keine Musik machst?

00:08:56: Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaften.

00:08:59: Das bedeutet, das sind ja alles so Dinge, die für deinen Traumberuf.

00:09:05: Musikerin zu sein.

00:09:07: Ja, einzahlen, ne?

00:09:10: Ja, das hab ich eigentlich auch gedacht.

00:09:12: Das war so der Plan.

00:09:13: Aber letztendlich ist es halt schon ein sehr theoretischer Studiengang.

00:09:19: Und hat mir bis jetzt noch nicht so viel Benefit, sag ich mal, für mein musikalisches Ding gegeben.

00:09:27: Ich glaub, irgendwie das Wertvollste war bis jetzt die Medienrechtsvorlesung.

00:09:33: Aber ... Ja, ansonsten mache ich es halt, um es zu machen und wenn es fertig ist, bin ich mich froh.

00:09:40: Na klar.

00:09:41: Auf der anderen Seite, das wirst du im Studium sowieso nie so richtig lernen, weil die Forschung immer dahinterherhängt.

00:09:48: Social Media ist ja eine Sache, mit der du ja komplett aufgewachsen bist.

00:09:51: Ja.

00:09:52: Praktisch.

00:09:53: Du hast bestimmt das Alter erreicht und da war die entsprechende Plattform auch schon da.

00:09:58: Das ist was, was so viele Ältere ... Nicht so richtig verstehen, wie ist denn das?

00:10:04: Zum Beispiel TikTok.

00:10:06: Viele verstehen das nicht.

00:10:07: Was ist denn da so, dass das Spannende an TikTok bzw.

00:10:10: was muss man denn da machen?

00:10:13: Ja, TikTok.

00:10:15: So richtig verstehe ich es auch nicht, wenn ich ganz ehrlich bin.

00:10:18: Es ist halt eine Plattform, wo man sozusagen Kurzvideos hoch lädt, wo halt in den meisten Fällen das Ziel des Reichweite zu generieren und im besten Falle natürlich auch irgendwie Geld damit zu machen.

00:10:31: Bedeutet, es gibt ganz viele Influencer, die sich darum treiben, aber auch wir MusikerInnen müssen da irgendwie stattfinden, weil das tatsächlich eine ganz wichtige Rolle für uns, unsere Karriere bedeutet.

00:10:45: Und vor allem auch für potenzielle Businesspartner, ob das jetzt Labels sind oder Verlege oder sonst wer.

00:10:54: Die gucken natürlich alle auf die Zahlen und schauen, okay, wie kommt sie denn da an?

00:11:00: Es ist ja auch mittlerweile so, dass TikTok und Spotify ganz eng zusammenarbeiten bedeutet, wenn halt das eine funktioniert, läuft das andere auch besser und dementsprechend muss man da eben stattfinden und irgendwie, ja.

00:11:15: der kurzen Aufmerksamkeitsspanne der Jugend gerecht werden.

00:11:18: Ich hab letztens mit einem älteren Musiker gesprochen, der gesagt hat, ich mühe mich da auf Instagram irgendwie auf sechstausend Follower zu kommen.

00:11:28: Und meine Tochter, die hat da ein paar hunderttausend im Kinderzimmer generiert, an Followern irgendwo auf TikTok.

00:11:35: Und der sagt sich, keine Ahnung, wie das geht.

00:11:38: Bin ich ehrlich, verstehe ich auch nicht.

00:11:40: Also ich bin da auch, es ist immer ein Kampf, da irgendwie eine Reichweite zu generieren.

00:11:45: Und das ist jedes Mal natürlich auch total frustrierend, weil man macht sich einen Kopf, setzt sich hin.

00:11:49: Und das ist ja auch ein Ding, was ganz viele unterschätzen.

00:11:52: Es dauert auch unfassbar lange, eben dort den Content zu produzieren, das zu schneiden, hochzuladen und alles drum und dran.

00:11:59: Und da geht halt so viel Zeit verloren, die man ja eigentlich lieber ins Musikmachen stecken würde.

00:12:05: Aber man muss es halt machen.

00:12:07: Ja.

00:12:08: Wie viele Follower hast du auf TikTok beziehungsweise Instagram?

00:12:11: Also,

00:12:11: das ist wirklich auch alles noch sehr, sehr klein.

00:12:13: Also bei TikTok sind es, glaube ich, tausend vierhundert oder so.

00:12:16: Und bei Instagram sind es jetzt fast achttausend.

00:12:22: Und das war ein absoluter Kampf.

00:12:24: Da wird jeder Follower noch mit Handschlag begrüßt.

00:12:27: Was, glaube ich, aber auch so ein bisschen daran liegt, dass meine Musik, glaube ich, nicht so prädestiniert für Social Media ist.

00:12:33: Okay.

00:12:34: Würde ich behaupten jetzt einfach mal so ganz...

00:12:37: Ich glaube, das ist die größte Ungewissheit bei Social Media.

00:12:43: Du weißt nie, worauf die Leute wirklich in dem Moment drauf abformen.

00:12:49: Man hat es nicht wirklich in der Hand.

00:12:50: Es gibt natürlich so ein paar Kniffe und Tricks und so Grundregeln.

00:12:55: Und ich hatte auch schon das Glück, dass auch teilweise Sachen viral gegangen sind.

00:12:59: Aber die sind dann meistens nicht mit der Musik verknüpft.

00:13:02: Also die Leute checken natürlich auch, okay, möchte die mir gerade was verkaufen oder nicht.

00:13:06: Und wenn ich natürlich dann einen Promo für mein Song mache, verstehen das die Leute auch.

00:13:10: Und das halt irgendwie hinzubekommen, dass nicht dieses Gefühl entsteht, ist unfassbar schwierig.

00:13:19: Ja, ansonsten gilt natürlich immer die Regel krasser und größer und schneller und aufregender und verrückter, wo man natürlich dann auch immer gucken muss, wie ordne ich mich auf diesem Spektrum ein, wer will ich sein, was will ich sein, was will ich machen?

00:13:36: Es ist natürlich alles nicht so einfach.

00:13:39: Klar.

00:13:40: Du hast mittlerweile ein Label?

00:13:42: Dass dich unterstützt beziehungsweise eine Promotion Agentur, die dich auch unterstützt.

00:13:47: Also ein Label tatsächlich nicht, bin immer noch Independent Artist, also das Team besteht momentan aus mir, meinem Manager.

00:13:54: Dann haben wir eine Booking Agentur, auch eine sehr gute Radiopromoterin natürlich und ansonsten war es das auch.

00:14:02: Also wir sind dann auch relativ klein aufgestellt.

00:14:06: Du bist ja auch noch wirklich jung?

00:14:08: Ja.

00:14:10: Ich kann mir gut vorstellen, dass dir das alles nicht schnell genug geht.

00:14:13: Aber du lernst an der Stelle Geduld, ne?

00:14:16: Ja, einmal das.

00:14:18: Mein Ziel ist es, eine nachhaltige Karriere zu haben.

00:14:24: Das passiert in den selten Fällen, wenn man einen viralen TikTok-Hit hat.

00:14:30: Deswegen ist das für mich voll okay in dem Sinne.

00:14:36: Also natürlich, man steckt in seiner eigenen Bubble drin und man möchte natürlich immer schneller und weiter und so.

00:14:43: Aber wenn man sich ja dann wirklich mal hinsetzt und zurückblickt und guckt, was irgendwie alles schon so passiert ist, dann bin ich schon zufrieden, dass es so läuft.

00:14:50: Und ich finde es auch irgendwie wichtig, dass man so ein bisschen diese Phase durchmacht, wo man merkt, okay, ich muss dafür auch was machen und kämpfen und durchhalten.

00:14:58: Und ich glaube, wenn man das halt eben macht und die Geduld nicht verliert und wirklich dran bleibt, dann... Kann das nur was werden?

00:15:09: Was ich sehr interessant fand, als du auf der Bühne standst und Halloween losgelassen hast, hat das, wie soll ich das sagen, irgendwie dieses Jahr aus mir aufgefallen haben rund um Halloween eine Menge Sachen in Sachen Musik stattgefunden bis hin zu Lady Gaga, die Abracadabra gemacht hat, Dead Can Dance und so was, die eine ganze Live Show praktisch für halloween gemacht hat.

00:15:37: wenn du das so willst war das bei dir so ein ähnlicher gedanke zu sagen halloween kommt langsam ran.

00:15:44: mache ich mal einen song über halloween.

00:15:48: also tatsächlich war das natürlich also nur als wir den song geschrieben haben war es schon klar okay.

00:15:53: wenn wir jetzt halloween nehmen bietet sich das natürlich an das schon irgendwie cool auch ein einen Bezug zu haben und das kommt jedes Jahr wieder und so und die Leute hören das dann vielleicht auch gern wieder.

00:16:03: Aber prinzipiell ist die Geschichte oder geht es ja auch in dem Song Halloween gar nicht um Halloween an sich, sondern es geht ja eigentlich nur darum, dass sich jemand als jemand anderes ausgibt und dann irgendwann die Maske absetzt sozusagen und sich das vorher einfach wie eine riesen Halloween Party.

00:16:22: angefühlt hat, dass ja so die Metapher davon.

00:16:25: Und ich hab das ja auch, der Song kam ja auch letztes Jahr raus.

00:16:28: Bedeutet, ich kann behaupten, ich hab angefangen sozusagen.

00:16:33: Ja.

00:16:34: Friends with my Demons.

00:16:36: Klingt auch so im ersten Moment.

00:16:38: Huu, Halloween, der nächste Schlag.

00:16:41: Aber ist es ja auch nicht, warum geht's in dem Song?

00:16:43: Also in dem Song geht's darum, ich hatte letztes Jahr ne Phase, wo's mir tatsächlich nicht so gut ging.

00:16:49: Es war irgendwie lief alles schief.

00:16:52: Und ich hatte plötzlich keine Wohnung mehr und hab mich von meinem Freund getrennt.

00:16:58: Dann wurde in mein Auto eingebrochen und alles so Sachen.

00:17:01: Also es ist ganz viel schief gelaufen irgendwie.

00:17:04: Und ich war echt so ein bisschen lost und wusste nicht, okay, wie und was und was mache ich jetzt.

00:17:10: Und hab dann aber irgendwann für mich so gesagt, okay, ich find mich jetzt damit ab.

00:17:16: Das ist jetzt so.

00:17:18: Das bringt nichts, wenn ich jetzt irgendwie ... die ganze Zeit nur frustriert und traurig darüber bin.

00:17:24: Ich freunde mich jetzt mit meinen Dämonen an, sozusagen.

00:17:28: Und wir setzen uns sinnbildlich an einen Tisch und trinken Bier zusammen.

00:17:33: Und das war so die Idee.

00:17:35: Und ja, haben das deinem Studio zu einem Song gemacht.

00:17:39: Ja.

00:17:40: Über Casual Love, Casual Sex wird ja viel geredet, auch schon in den letzten Jahren.

00:17:48: Was ist so casual love für dich?

00:17:51: Ich glaube, es geht vielen jungen Menschen so, dass vor allem im Dating-Kontext, man lernt jemanden kennen und findet sich gut und man versteht sich gut.

00:18:03: Und dann gibt es irgendwie immer so eine Barriere oder oft, nicht immer, aber oft so eine Barriere und dann führt man so dieses Gespräch, was ist jetzt nun?

00:18:13: Ich hab dann schon sehr oft gehört, ja, ich mag dich wirklich sehr gern, aber lass uns doch das einfach so ein bisschen offen, locker halten, ohne irgendwelche Regeln und keine Labels und so ein bisschen dieses, okay, wir führen eigentlich eine Beziehung, aber ich übernehme halt keine Verantwortung.

00:18:31: Und ich war auch da letztes Jahr in so einer Situation.

00:18:35: Und ich hatte mich halt aber schon ein bisschen verliebt und konnte das halt nicht verstehen.

00:18:41: Und daher ... war halt sozusagen klar, ich schreib dann ein Song drüber, wo ich sozusagen indirekt frage, wie das funktionieren soll.

00:18:50: Weil für mich, also ich kann das glaube ich nicht so fassen, wie man irgendwie so eigentlich eine Beziehung führt, aber das dann doch nicht so nennen will, weil so, also das verstehe ich nicht so wirklich.

00:19:03: Das ist aber allgemein so ein Trend, der sich so in deiner Generation so durchzieht.

00:19:09: Ihr seid da auch nicht die Ersten, da gibt es also auch schon die die ein paar Jahre vor euch sind.

00:19:14: Ich glaube, das hatte einfach früher nur einen anderen Namen.

00:19:18: Warum ist das so, dass so eine so eine Unverbindlichkeit nicht nur in Beziehungen, sondern so generell?

00:19:24: Also es ist nicht einfach mit Leuten eine Vereinbarung zu treffen, an die sich dann jeder auch zu hundert Prozent hält.

00:19:36: Das geht bis hin zu ganz einfachen Sachen.

00:19:38: Kommst du denn zu Weihnachten nach Hause, wenn wann?

00:19:41: Ja, das kann ich so noch nicht genau sagen.

00:19:44: Das kommt ganz drauf an, ist dann so die Antwort, weißt du.

00:19:48: Woher kommt dieser Hang zur Unverbindlichkeit?

00:19:51: Ich glaube, uns steht ja nun die Welt offen, uns jungen Menschen.

00:19:57: Und wir sind halt so die erste Generation, glaube ich, Gen Z. wo es halt wirklich so ein Ding, also ich nehm bei den Millenien jetzt war das auch schon ein Thema, aber ich glaube jetzt ist es so wirklich richtig angekommen.

00:20:10: Man macht die Schule und dann kannst du halt machen, was du willst.

00:20:14: Du musst nicht mehr direkt eine Ausbildung machen, du musst nicht direkt studieren.

00:20:18: Du musst dann nicht sofort den Partner fürs Leben finden, du musst doch keine Kinder mehr kriegen, so dass es so langsam sind ja diese Stereotypen, die lösen sich ja langsam zum Glück auch auf.

00:20:28: So, und ich glaube, dass ... dass es einige Menschen gibt, die sich da natürlich sehr wohlfühlen drinnen und sich dann halt auch gern einfach alles freihalten.

00:20:40: Aber ja, also ich würde überhaupt nicht, ich bin eine relativ zuverlässige und verbündliche Person.

00:20:46: Deswegen kann ich da jetzt nicht für die Generation sprechen und hier sagen, genau daran liegt's.

00:20:52: Aber ich glaube, dass es halt so ein bisschen könnte, könnte ein Grund dafür sein, dass es bei manchen Leuten eben

00:20:56: so

00:20:57: ist.

00:21:00: Und ich glaube, es ist natürlich auch gerade ganz... Also es ist ja auch unfassbar viel los in der Welt.

00:21:05: Und ich glaube, viele junge Menschen fühlen gerade ganz viel Weltschmerz.

00:21:10: Und es ist einfach passiert viel.

00:21:13: Man kann viel machen.

00:21:14: Man bekommt viele Eindrücke.

00:21:16: Und ich glaube, da ist man manchmal vielleicht auch einfach ein bisschen überfordert und zerstreut.

00:21:22: Ja.

00:21:24: Das ist auf alle Fälle mal so eine Erklärung.

00:21:25: Also, dass man an der fülleren Möglichkeiten so ein bisschen... Wie sagt man das?

00:21:31: So ein bisschen von der Fülle erschlagen.

00:21:33: Ja.

00:21:34: Da ist was dran.

00:21:36: Wie geht es bei dir los, wenn du einen neuen Song auf der Pfanne hast?

00:21:40: Ist das ein Erlebnis, das dich dazu bringt, dir irgendwas zu notieren?

00:21:46: Oder gibt es da eine Melodie, die als Allererstes durch den Kopf geht?

00:21:51: Oder setzt du dich da richtig hin, um zu sagen, so, jetzt möchte ich mal sehen, ob mich heute die Musik ist.

00:21:59: Wie läuft das bei dir so üblicherweise ab?

00:22:01: Das ist schon immer auch unterschiedlich, hat sich jetzt auch in den letzten Jahren so ein bisschen verändert.

00:22:08: Es hat natürlich damit angefangen, dass ich irgendwann halt mit meiner Gitarre zu Hause saß und einfach ein Song geschrieben habe, weil irgendwie ich gerade irgendein Gefühl hatte oder irgendwas passiert ist, so irgendeine Situation neben war.

00:22:20: Mittlerweile ist es schon eher so, dass ich direkt gleich ins Studio fahre und dort dann mit meinem Prozenten und verschiedenen Songreiter innen sozusagen einfach sagen wir schreiben heute einen Song.

00:22:35: Und dann geht das halt da einfach los und dann ist es auch ein bisschen mehr diesen Job-Charakter.

00:22:42: Und das ist aber mittlerweile geht das auch fast gar nicht mehr anders, weil ich ja so viele Sachen zu tun habe und viele Termine viel unterwegs und so.

00:22:49: Da muss man sich einfach mittlerweile wirklich den Raum schaffen und sagen okay ich fahre dann ins Studio und dann machen wir das.

00:22:58: Und Futter, um das Song zu schreiben, gibt's ja eigentlich immer.

00:23:02: Du hast ja heutzutage eine Menge Möglichkeiten, wenn du eine Idee hast, diese Idee wenigstens zu skizzieren.

00:23:10: Zum Beispiel auf dem Handy oder, weiß ich nicht, auch auf dem iPad oder so.

00:23:15: Wie machst du das?

00:23:16: Also ich vermute mal, wenn du was singst, gehst du auf Sprachmimo und nimmst das dann auf, machst du solche Sachen wie Garageband oder so, wo du dann sagst, mir fällt da gerade was ein, ich mach da mal fixen.

00:23:27: So eine kleine, so eine Ideenskizze mit ein paar Sounds.

00:23:32: Also es ist schon meistens so, dass ich wirklich einfach Sprachmemos aufmache und das aufnehme.

00:23:37: Weil ich ja mal richtig viel Zeit und Muse hab, dann setze ich mich in mein kleines Homestudio, also ganz kleines Setup und nehme das auf und probiere schon mal ein bisschen rum.

00:23:48: Aber in letzter Zeit waren es eher die Sprachmemos dann und dann habe ich gleich das Produzieren dem Profi überlassen.

00:23:55: Axel Trift, Hannah Rausenberg, alles über sie, ihre Musik und ihre nächsten Karriere-Schritte findet ihr auf anarausenberg.com und auf ihren Social-Media-Kanälen.

00:24:04: Auf Facebook und Instagram findet ihr auch Axel Trift.

00:24:06: Gerne folgen, gerne liken, gern auch auf eurer Podcastplattform abonnieren und bewerten.

00:24:11: Ich bin Axel Nettzage, danke fürs hören und bis zum nächsten Mal.

Über diesen Podcast

“Axel trifft” ist ein Podcast für alle, die gerne mehr über Musiker und Promis erfahren wollen, als die üblichen Klatsch - und Tratschsendungen anzubieten haben. Axel Metz, der Mann hinter dem Podcast, ist langjähriger Radiomoderator aus Sachsen und hat seit den 90ern viele nationale und internationale Größen der Rock - und Popmusik interviewt.

In den Gesprächen mit den Künstlern geht es nicht nur um das jeweils aktuelle Album, Geschichten hinter den Hits oder die nächste Tour, sondern auch ganz Privates und oft Überraschendes. Und das fernab von billigen Pseudoenthüllungen.

Von Adel Tawil bis hin zu Wincent Weiss, hier sprechen sie alle….über Gott und die Welt.

von und mit Axel Metz

Abonnieren

Follow us